Kuba Reiseblog als neue Serie – Tag 1

La Habana Kuba - Havanna

Kuba ist wohl für viele eine der bekanntesten Karibikinseln. Jetzt sind es schon fast 4 Jahre, seitdem ich einen Urlaub dort verbringen durfte. Da in der letzen Zeit einige danach gefragt haben und ich beim Umzug zufällig auf meine Reiseaufzeichnungen von damals gestoßen bin, habe ich beschlossen meine Erlebnisse der drei Wochen noch einmal für mich und zusammen mit Euch aufleben zu lassen. Es ist zwar vom Umfang sicher nicht vergleichbar mit der 3-Monats Reise durch Australien, aber es war nicht weniger spannend. Deshalb habe ich auch beschlossen, diesen magischen Ort nicht mit einem einzigen abgerissenen Kuba Blogpost zu beschreiben, sondern eine kleine Serie daraus zu machen.

Wir werden uns gemeinsam über die Insel kämpfen, spannende Ort entdecken und uns mit den Sitten und Fallstricken der kubanischen Bevölkerung befassen. Und wie das üblicherweise am Anfang eines Urlaubs ist, man kommt erstmal an. In unserem Fall am 27. Mai 2012.

Kuba kickoff – La Habana

Heute war Ankunft in La Habana, der Hauptstadt der Insel, die wir die nächsten drei Wochen unser Heim nennen werden. Schon beim Verlassen des Flugzeugs weht einem der Wind einer anderen Welt entgegen. Man trifft oft auf Gruppen von Menschen die im Wesentlichen eines tun: Nichts. An einer Sicherheitskontrolle an der gerade nichts los ist, wird dann auch schonmal eine Runde “Reversi” gespielt. Je nach Motivation der Beamten ist an den 22 karg eingerichteten Holzschaltern zur Passkontrolle mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Je nach persönlicher Gemütslage kann sowas entspannend sein, oder eben nicht.

Den Transfer in unser erstes Nachtlager haben wir schonmal von zu Hause aus organisiert. Erste Verhaltensregeln im kubanischen Straßenverkehr kann man sich gleich beim Taxifahrer abschauen. Hupen beim Überholen oder in schlecht einsehbaren Situationen. Fußgänger haben beim Hupen die Straße zu verlassen. An einer Bahnlinie ist grundsätzlich anzuhalten. Check.

Nach dem Check-in im Hotel “Park View” gehen wir für die ersten Tage schonmal Geld wechseln. Als Tourist bekommt man immer die spezielle Touri-Währung ausbezahlt, den CUC auch Peso convertible genannt. Für’s erste reicht uns das, aber wir fragen uns natürlich schon, warum es hier eigentlich zwei Währungen gibt. Doch darüber machen wir uns kaum noch Gedanken. Denn während des Abendessens kommt ein alter Bekannter vorbei. Der Jetlag!

Melbourne Teil 2 – Australian Open mal anders

Wie sich herausstellte, kamen wir gerade richtig zu den Australian Open nach Melbourne. Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass wir mal Live bei einem solchen Event dabei sein konnten, aber leider auch den Nachteil, das kaum noch Hostelzimmer zu finden waren. Die Zimmer die man noch beziehen konnte waren teurer als ausserhalb der Australian Open, teilweise bis zu 50%.

Da wir eh durch annaehernd alle Hostels in Melbourne gelaufen sind um unseren Autoverkauf anzupreisen, fand sich letztlich eine Unterkunft im Zentrum. Ein Ticket fuer die Australian Open war dann auch schnell gekauft. Wir haben uns entschieden einen Sitzplatz in der Arena zu beziehen, der am ersten Tag $50 kosten sollte. Da offenbar ein paar Plaetze storniert wurden konnten wir noch sehr gute Plaetze in der 10. Reihe in einer der Kurven im Schatten bekommen. Wir haben natuerlich direkt zugeschlagen.

Das erste Spiel haben wir dann auch in der Arena geschaut. Serina Williams gegen Jarmila Gajdosova aus Australien. Das Match war weniger spannend, weshalb wir uns anschliessend dazu entschieden haben den Rest vom Match von Rainer Schuettler zu schauen, einem der deutschen Hoffnungstraegern. Das war schon deutlich spannender. Einen Sonnenbrand spaeter sind wir in den schuetzenden Schatten der Arena zurueck gekehrt und haben beim Match Tsonga gegen Murray mitgefiebert. Das war ein Match, fuer das sich der Eintritt definitiv gelohnt hat. Zum abschluss gab’s dann noch Phillip Kohlschreiber. Die deutschen Fans waren mir bei diesem Spiel leider ein wenig – sagen wir – zu aktiv, was den Spass an dem eigentlich recht guten Match etwas gedaempft hat.

Alles in allem ein schoener und erfolgreicher Tag. Auch fuer unsere deutschen Spieler. Den Rest der Australian Open werde ich wohl hier im Hostel oder einem der zahlreichen public viewing Plaetzen ansehen.

Melbourne Teil 1 – Wie verkauft man ein Auto?

So, da sind wir also letztlich in Melbourne angekommen und das sogar voll im Zeitplan. Zettel um auf unseren Holden Commodore aufmerksam zu machen, haben wir schon in Sydney gedruckt. Der Erste Tag ging also erst mal dafuer drauf herauszufinden wo sich Hostels befinden und diese alle abzuklappern um unsere Anzeige am schwarzen Brett aufzuhaengen. Erschreckenderweise hatte offenbar niemand Interesse an unserem fahrbaren Untersatz, auch das Inserieren in mehreren Internetforen zeigte keinerlei Resonanz. Was also tun?

Wir vermuteten, dass wir unsere Vorstellungen, was den Preis angeht etwas zu hoch angesetzt hatten und die potentiellen Interessenten garnicht erst angerufen haben um zu verhandeln (wir waeren ja durchaus mit weniger zufrieden gewesen). Also stand nach 2 Tagen wieder ein wenig Arbeit an. Wieder alle Hostels abklappern, Preise aendern und den Zettel ggfs. von ganz hinten nach ganz vorne haengen, man sollte ja auch schliesslich sehen, was wir anzubieten hatten. Auch diesmal erfolgte keine Resonanz und wir hatten schon Angst, wir wuerden auf dem Auto sitzen bleiben und das arme Ding muesste am Strassenrand verrosten. Doch dann meldeten sich zwei nette Deutsche, die das Auto auch direkt haben wollten. Erstaunlich war, dass ab diesem Zeitpunkt innerhalb von 2 Tagen insgesamt  7 Leute angerufen haben und Interesse am Holden bekundeten. Spaeter stellte sich heraus, das die Nachfrage einfach ziehmlich gering war.

Selbst Melbourn’s Autohaendler waren ueberrascht, wie wenig dieses Jahr um diese Zeit los war. Wer sein Backpackerauto also in Australien verkaufen will, sollte ein wenig Zeit mitbringen, um ggfs. eine Durststrecke ueberwinden zu koennen.  Die von uns eingeplanten 1,5 Wochen waren da schon fast zu knapp.

Sydney und ein kleines Feuerwerk

In Sydney angekommen, war das erste Ziel das Hostel (Boomerang Backpackers) zu finden. Da es hier ähnlich viele Einbahnstraßen wie in Saarbrücken gibt, die dazu auch noch nicht korrekt in der Karte verzeichnet sind, gestaltete sich dies schon vom Grundsatz her schwierig, wenn man allerdings noch nichtmal die Adresse weiß, wird’s dann langsam richtig zur Herausforderung. Dank eines freundlichen Mitarbeiters in einem Konkurrenzhostel, konnten wir dann allerdings doch recht schnell hinfinden.

Bevor ich nun zur eigentlichen Attraktion komme, ein paar Worte über das Hostel. Davon abgesehen, dass es reichlich teuer war, war das Zimmer direkt an der Hauptstraße (= laut) und wegen fehlender Klimaanlage/Ventilator ziemlich warm. Also unter Erholung versteh ich was anderes. Die Duschen waren total versifft und Toilettenpapier war Mangelware. Für die Anzahl der Zimmer, war die Küche deutlich unterdimensioniert. Schließfächer für Dinge die größer sind als ein Geldbeutel kosten doppelt. Einmal zahlt man dafür Miete (Immerhin stolze $4 pro Tag) zum Anderen muß man $2 einwerfen, damit die Tür schließt. Die bekommt man aber nicht etwa zurück, nein, die werden auch eingesackt. Aber genug dazu. Kommen wir zu den schönen Seiten Sydneys.

Harbour Bridge und Opera House sind dabei die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sydneys, allerdings hat mich der botanische Garten deutlich mehr fasziniert, weniger wegen der Pflanzen als mehr aufgrund der Größe. Nur einige 100m vom Hostel enfernt liegt Kings Cross, die Partymeile Sydneys, in der man aber neben Clubs auch das ein oder andere kleine Restaurant findet. Ein Abstecher dorthin lohnt sich allemal.

Aber kommen wir endlich zum Sydney-Hauptevent: Silvester. Nachdem wir mit mehreren Leuten gesprochen hatten (auch ortskundige Menschen), haben wir entschlossen uns nach dem Mittagessen auf den Weg in Richtung Macquaries Point zu machen. Ein Zimmergenosse meinte dann allerdings am Vorabend das wäre viel zu spät, um noch einen guten Platz zu bekommen. Er gehe um 7 Uhr los, aber er könnte uns dann Plätze freihalten. Dieses Angebot nahmen wir dankend an, da es zum Umwerfen der Planung schon zu spät war.

Nächsten morgen haben wir dann Carla’s großen Backpack mit allem benötigten gefüllt (hauptsächlich Essen und Getränke) und sind, entgegen der Planung, schon gegen 11 Uhr aufgebrochen. Am Eingang zum Macquaries Point erwartete uns dann schon eine etwa 1km lange Menschenschlange. Wir wußten aber schon, dass unser Zimmergenosse einer der Ersten war, die rein gekommen sind und dass er zusammen mit ein paar anderen deutschen einen guten Platz ergattert hat. Nach ca. 1,5h anstehen konnten wir uns dann auch hinzugesellen. Mit Blick auf Oper und Harbour Bridge galt es dann die nächsten 12 Stunden noch irgendwie zu überbrücken. Dank Sonnencreme, Essenskram, 15l Apfelschorle und einem halbwegs schattigen Plätzchen gelang das recht gut.

Um 21:00 gabs dann einen kleinen Vorgeschmack auf das Hauptfeuerwerk. Das sogenannte Familienfeuerwerk war allerdings eher sehr klein und hat ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht. Allerdings haben wir das auf die einige Tage zuvor abgebrannte Fabrik geschoben, die die Feuerwerke für einige Städte in Australien produzieren sollte, darunter auch Sydney. Weitere 3 Stunden später war es dann soweit. Als erste größere Stadt begrüßen wir das neue Jahr und das, wie ich finde, mit einem sehr geilen, wenn auch kurzem, Feuerwerk. Sowohl von der Harbour Bridge selbst als auch daneben und von den angrenzenden Hochhäusern wird das Feuerwerk gezündet. Dabei spielt die Brücke die zentrale Rolle und gerade das macht dieses Feuerwerk so besonders. Aber urteilt selbst…

Nach dem Feuerwerk lösten sich die Menschenmassen rasch auf, aber auf dem Weg in die Stadt herrschte eine geniale Stimmung. Jeder wünscht dir ein frohes neues Jahr und man fühlt sich irgendwie … zu Hause. Allerdings ist man nach dem stundenlangen Warten und Schmoren in der Sonne nicht mehr unbedingt in Partystimmung, so dass der Abend relativ bald und sehr unspektakulär im Bett endet.

Brisbane kurz und knapp

Bei der Ankunft in Brisbane begrüßen uns dunkle Wolken, die uns zu der Entscheidung veranlassen, in einem Hostel abzusteigen statt unser Zelt aufzuschlagen. Nach kurzer Begutachtung der einzelnen Unterkünfte fällt unsere Wahl auf’s ‘Somewhere to Stay’ ein äußerst passender Name für ein Hostel. Etwas ausserhalb gelegen zwar, aber dafür sehr ruhig. Als kostenlosen Service gibt’s einen Shuttlebus, der in die Stadt fährt.

An sehenswertem gibt es in Brisbane zwar einiges, aber mit ein wenig Ausdauer kann man die einzelnen Stationen ohne weiteres an einem Tag schaffen. Southbank, City Hall mit altem Glockenturm, Boomerang und Didgeridoo Workshop und einiges mehr. Einen weiteren Tag sollte man für das Queensland Museum einplanen. Auf 4 Ebenen wird so ziemlich alles abgefertigt, was man in einem Museum erwartet. Im Erdgeschoss gibt es ausserdem ein Science Center, in dem man auch noch einiges erleben kann.

In Bisbane haben wir uns dann auch noch ein Stück hohles Holz angelacht, das recht schick bemalt ist und dem man ein paar eigensinnige Töne entlocken kann, wenn man weiß, wie man das anstellen soll: Ein Didgeridoo. In der Australian Indigenous Art Gallery gab’s dann auch noch eine Übungsstunde umsonst.

Als Abschied haben wir dann noch dem Kangaroo-Point einen Besuch abgestattet, von dem aus man einen äußerst schönen Blick auf die Skyline Brinsbane’s werfen kann. Dann ging’s auch schon weiter gen Süden…

Ein Traum wird wahr – Gelaendefahrt auf Fraser Island

Es ist nun schon einige Jahre her, daß ich ein motorbetriebenes Vehikel durchs Gelände bewegen konnte. Damals war es über 12m lang und hatte um die 40 Tonnen. Diesmal war es mit knapp 3m und deutlich weniger Tonnen zwar ein anderes Fahrgefühl, aber keineswegs weniger aufregend. Auf Fraser Island kann man ein solches Abenteuer noch erleben, in welcher Form hängt dabei von der eigenen Einstellung ab. Es gibt geführte Touren in klimatisierten Bussen, sogenannte ‘self-drive’-Touren mit bis zu 11 Personen in einem Fahrzeug (ja es sieht so aus, wie es sich anhört) und Übernachtung in einem Resort auf der Insel oder aber man mietet sich nur das Auto und zeltet am Strand. Da wir keine Lust auf Sardinenbüchsen-Gefühl hatten und im Bus fahren nicht wirklich unserer Vorstellung von Abenteuer entspricht, haben wir uns für die dritte Variante entschieden.

Um 6 Uhr morgens haben wir das gute Stück bei der Firma ‘Aussie Trax’ abgeholt und haben uns nach einer kurzen Einweisung auf den Weg zur Fähre in Hervey Bay gemacht, die uns ohne Umwege nach Fraser Island bringen sollte. 30 Minuten Fahrt und wir stehen auf der Insel, die Geländefreunden das Herz höher schlagen läßt. Nach wenigen Metern endet die befestigte Straße und man findet sich auf einer Sandpiste wieder, die von dichtem Regenwald umgeben ist. Nach knapp 30km durch das Herz der Insel erreicht man den östlichen Strand und kann statt der maximalen 25km/h im Inland, auf festem Sand nun auch mal bis zu 70km/h fahren. Irgendwie geil :-)

Auf dem Weg nach Norden gibt es einiges zu sehen. Lake McKenzie, das Mohena Wrack, den Eli Creek, den Red Canyon und nicht zu vergessen den Indian Head und die Champage Pools am nördlichsten Punkt unseres Trips. Am Indian Head, aber spätestens auf dem Rückweg durchs Inland zu Kingfisher Bay eröffnet sich uns der Sinn des ‘4-Wheel-Drive Low Gear’. Wer es nicht erleben möchte, aber dennoch Interesse hat es zu erfahren, kann mich gerne danach fragen.

Fakt ist, nach zwei Tagen und einer Nacht auf dieser Sandinsel weiß man, was Autofahren wirklich ist, daß man auf Servolenkung im Gelände getrost verzichten kann und wie eine heiße Kupplung riecht. Man weiß allerdings auch, daß Stechmücken tatsächlich in Schwärmen auftreten können, die gemeine Stubenfliege einen großen Bruder hat und Dingos so einiges tun um an Nahrung zu kommen. Kurz und knapp: Ein Abenteuer, das ich nur jedem wärmstens empfehlen kann.

Turtles, Rum und Ginger Beer – Welcome to Bunderberg

In Bundaberg angekommen, checken wir auf einem BIG4 Campingplatz ein. Wie wir erfahren ist gerade Erntezeit fuer Tomaten und Carla entscheidet sich ein paar Tage zu arbeiten um die Reisekasse aufzubessern. Wir bekommen direkt an der Rezeption eine Telefonnummer von einem Farm-Unternehmen namens ‘Oz Vas’. Hoert sich irgendwie an wie ‘Iss was?’. Nach einem kurzen Telefonat ist klar, Carla kann naechsten Morgen um 5 Uhr anfangen. Wie sich recht schnell herausstellt ist der Job sehr schlecht bezahlt und geht saumaessig in den Ruecken. Also liebe Backpacker ueberlegt euch, ob ihr bei solchen Arbeitsbedingungen malochen wollt.

Ansonsten ist Bundaberg bekannt fuer die Rum- und Bier-Fabrik, sowie das jaehrlich stattfindende Nisten und Schlüpfen der Schildkroeten. Letzteres kann man des Nachts unter Aufsicht von Rangern im Mon Repos Park beobachten. Die hier ansässige Forschungsstation macht sich schon seit Jahren die Mühe jedes einzelne Tier zu vermessen und jedes Auftauchen am Strand zu protokollieren. Außerdem wird der Strand über Nacht für die Öffentlichkeit gesperrt um zu verhindern, daß die Tiere vom Eierlegen abgehalten werden. Faszinierend ist, daß die Schildkröten zum Nisten immer an den Strand zurück kommen, an dem Sie geschlüpft sind und wissen, was sie tun müssen, ohne daß es ihnen vorher jemand gezeigt hat. Jede einzelne Schildkröte gräbt knapp hinter der Flutlinie ein Loch von 60cm Tiefe und legt dann ca. 120 Eier ab. Das ganze bis zu drei mal innerhalb eines Monats. Danach verschwindet sIe und läßt sich teilweise erst Jahre später wieder blicken. Da die Tiere sich nicht an einen festen Zeitplan halten, verbringt man den Großteil des Abends damit zu warten. Das eigentliche Nisten kann aber durchaus auch schonmal mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen. Unsere erste Schildkröte hat sich schlagartig dagegen entschieden zu Nisten und die zweite hat sich ein wenig Zeit gelassen. Nach ca. 7 Stunden Warten und Beobachten machen wir uns auf den Heimweg mit ein paar netten Fotos und großem Respekt vor den Tieren und den Forschern im Gepäck.

Zur Besichtigung der ‘Bunderberg Rum Distillery’ muß man nicht ganz soviel Zeit einplanen. Kommt man rechtzeitig ca. 10 Minuten vor der nächsten Führung an, kann man in der Regel noch mit, es sei denn die Gruppe ist schon zu groß. Man erfährt unter Anderem, daß der Rum nur ein ‘Abfallprodukt’ der Zuckerindustrie ist, und daß in den Fässern der Fabrik mehrere Millionen Dollar lagern und auf die Abfüllung warten. Aber auch über den Prozess der Rumgewinnung selbst wird man ausreichend informiert. Am Ende der Führung darf man dann einen Tropfen seiner Wahl antesten und ich muß zugeben, obwohl ich Rum eigentlich überhaupt nicht mag, hatten die Kreationen durchaus etwas für sich.

Im Barrel, sozusagen dem Besuchszentrum der Bundaberg Gingerbeer Produktionsstätte, hat man die Möglichkeit eine interaktive Tour zu durchlaufen, die die Geschichte des Gingerbeer ein wenig näher bringen soll. Leider kann man keinen Blick hinter die Kulissen werfen, aber probieren darf man auch hier von jeder angebotenen Kreation ein Schnapsgläschen. Aber keine Panik, das Gingerbeer ist im Grunde kein Bier (früher hatte es mal 11% Alkoholgehalt), sondern eher ein Erfrischungsgetränk, daß man mit unserem Malzbier vergleichen könnte.

Neben diesen bekannten Sehenswürdigkeiten gibt Bundaberg sich aber auch von der Kulturellen Seite nicht unbetucht. Einige Museen (z.B. das Hinkler Museum über das Leben des deutschstämmigen Piloten Bert Hinkler) und Kunst Galerien laden dazu ein die Zeit zurückzudrehen oder zu vergessen. Fazit: Bundaberg darf auf der Ostküstentour auf keinen Fall fehlen, obgleich man so planen sollte, daß man entweder die Nistzeit oder das Schlüpfen der ‘Hatchlings’ beobachten kann.

Rockhampton rocks

In Rockhampton gibt’s zwar keine allzu tollen Camping-Plaetze, dafuer ist die Stadt selbst ausserst empfehlenswert. Mit ein bischen Zeitplanung kann man die wichtigesten Dinge an einem Tag abhandeln und dann durchaus noch ein bischen bleiben und das Flair der Stadt geniessen. Was man aber auf jeden Fall gesehen haben sollte sind das ‘Dreamtime Cultural Centre’, der botanische Garten und den darin enthaltenen Zoo. Fuer das leibliche Wohl sorgt das Restaurant im Heritage Hotel, nach Aussage eines Einheimischen: ‘Best Food in Town’. Dem kann ich nur zustimmen. Ueber die Portionen kann man sich auch nicht beschweren. Das Preis-Leistungs-Verhaeltnis wuerde ich also als durchaus sehr gut betrachten.

Aber zurueck zu den Sehenswuerdigkeiten. Das Dreamtime Cultural Center wird von Aborigines gefuehrt und will den Besuchern Geschichte und Kultur der australischen Ur-Einwohner naeher bringen. Wie ich finde durchaus gelungen. Man darf bei der Fuehrung auch mal selbst aktiv werden und pruefen, ob man denn in der Lage waere sein Essen mit einem Boomerang zu ‘besorgen’.

Der botanische Garten und der darin enthaltene Zoo laden zum Picknick und anschliessendem Tiere-Beobachten ein. Dabei ist so ziehmlich alles vertreten, was man erwartet und in der Regel nicht unbedingt zu Gesicht bekommt. Schimpansen, schwarze Schwaene, Emu’s, Cassowaries und natuerlich auch Kaenguruhs und Koalas, sowie Suess- und Salzwasser-Krokodile. Und das alles ohne Eintritt, also kostenlos. Man wird allerdings um eine kleine Spende gebeten. Man ist allerdings nicht dazu gezwungen. Wenn ich mir da so andere Zoo’s in Australien anschaue, frage ich mich, was diese mehr zu bieten haben fuer die horrenden Preise die dort verlangt werden. Wir werden es vermutlich nicht erfahren ;-) By the way der Koala auf dem Bild schleppt das Kind schon seit 9 Monaten mit sich rum, also nach der Geburt.

Um nochmal kurz auf das Camping-Platz-Problem (CPP) zurueck zu kommen. Auch hier haben wir wieder lange gesucht, bis wir uns letztlich fuer einen Platz entscheiden konnten. Irgendwie hat uns das Abenteuer-Flair auf dem Platz angezogen (siehe Bild)…

Von Mackay nach Rockhampton oder ‘ein wenig Marlborough Country’

Auf dem Weg von Mackay nach Rockhampton gibt es eigentlich nicht allzuviel zu sehen. Vier Stationen sind allerdings zu nennen.

Erstens ein Doerfchen, dass den Meisten vermutlich eher als Zigarettenmarke bekannt ist: Marlborough (ok auf den Zigaretten wird’s anders geschrieben). Im Grunde gibt’s dort vom Namen abgesehen nichts bemerkenswertes. Es sind alles in Allem vielleicht ein bis zwei Haende voll Gebaeude. Darunter eine Autowerkstatt, eine Bar und ein Hotel(!) …

Weiter im Sueden kommt man an den Capricorn Caves vorbei einer Hoehlenformation, die ueber groessere Zeitraeume Tropfsteine ausgebildet hat. Im Vergleich zu anderen Tropfsteinhoehlen dauert dies hier allerdings deutlich laenger, da nur gelegentlich genug Wasser vorhanden ist, um durch die Felsen zu fliessen. Ein ‘Raum’ wurde als eine Art Kirche eingerichtet. Er besitzt eine unglaubliche Akustik und man kann dort auch tatsaechlich heiraten.

Yeppoon, der naechste Ort auf unserer Strecke, ist deshalb zu nennen, weil man ihn meiner Meinung nach nicht sehen sollte. Reisefuehrer sind da einhellig anderer Meinung, allerdings haben wir nichts von dem gesehen, was man hier angeblich sehen sollte. Davon abgesehen kostet ein Hot-Dog in einem trockenen Broetchen mit Ketchup hier ueber vier Dollar und schmeckt auch noch weniger als durchschnittlich.

Unsere naechste Station war Emu Park. Hier gibts zwar keine Emu’s, aber ein Schiff, dass zu Ehren Captain Cook’s errichtet wurde. Verschiedene Pfeiffen, die das Segel darstellen, erzeugen bei Wind interessante Klaenge.

Da Yeppoon und Emu Park auf einem Rundkurs liegen, der Kurz vor Rockhampton vom Bruce Highway abgeht, kann man selbst entscheiden, ob und wenn welche der Orte man sich ansehen moechte. Ob sich die 60km Umweg lohnen muss jeder fuer sich selbst entscheiden. Nur einige Kilometer spaeter erreichen wir Rockhampton, unsere Heimat fuer die naechsten paar Tage.

Hillsborough und Eungella National Park

Wir reisen zusammen mit den letzten Schoolies aus Airlie Beach ab und machen uns auf in Richtung Mackay. Auf dem Weg dorthin wollen wir einen Abstecher in den Hillsborough und in den Eungella Nationalpark machen.

Im Hillsborough Nationalpark werden wir gleich von zwei grasenden Känguruhs empfangen, die sich ohne zu murren streicheln und mit frischem Gras füttern lassen. Es kommt einem so vor, als ob Mensch und Tier hier wirklich zusammen leben. Es ist aber irgendwie anders als in der Stadt oder am Strand. Die Vögel betteln nicht, wenn man ein Picknick macht, sondern bleiben einfach auf ihrem Platz stehen oder sitzen und kümmern sich um ihre eigenen Dinge. Man fühlt sich nicht als Eindringling, sondern als echter Teil der Natur. So sollte man sich dann allerdings auch verhalten.

Im Eungella Nationalpark gibt es einen Schnabeltier-Lookout mit annähernder Sichtungs-Garantie. Etwas Geduld sollte man allerdings mitbringen. Da man die Tiere am besten in der Abenddämmerung oder bei Sonnenaufgang beobachten kann, ist es auch möglich dort zu übernachten. Es gibt einen Zeltplatz, der allerdings 500m vom Parkplatz entfernt ist. Es hat aber auch niemand was dagegen, wenn man in seinem Auto auf dem Parkplatz nächtigt. Es gibt eine Rangerstation und Toiletten. Die Nacht kostet $4.50 pro Person. Da aber niemand vor Ort ist, setzen die Ranger auf die Ehrlichkeit der Leute die dort übernachten. Man gibt seine Daten auf einem Formular an und wirft den Betrag zusammen mit dem Formular in einen dafür vorgesehenen Kasten. Abends haben wir leider keine Schnabeltiere mehr gesehen, da wir schon fast im Dunklen dort ankamen. Sind dann aber recht früh aufgestanden (kein wirkliches Problem, wenn man schon um 7 im Bett liegt, weil es stockdunkel ist) und konnten zwei Schnabeltiere beobachten. Leider war es noch zu dunkel für Fotos.

Anschließend ging’s dann direkt nach Mackay. Davon abgesehen, daß wir in einem Cafe eine saarbrücker Studentin getroffen haben, die mit uns im gleichen Spanischkurs war, bietet Mackay aber wohl nicht viel sehenswertes. Faszinierend finde ich allerdings schon, daß man in Australien eine Eisschokolade trinken muß, um Leute zu treffen, denen man in Saarbrücken im Grunde nie über den Weg läuft. Wohlgemerkt: es war das einzige Gebäude, daß wir in Mackay betreten haben. Hat schon irgendwie was spirituelles :-)

Bowen, Conway Beach, Airlie Beach und eine Whitsunday-Tour

Nachdem wir festgestellt haben das Townsville ausser einen schönen Namen eigentlich nichts zu bieten hat, haben wir uns entschieden langsam mal Richtung Whitsunday Inseln aufzubrechen. In Bowen, der “Mango-Stadt”, lassen wir uns zunächst mal in der Touristen-Information beraten, was einen Trip zum Whitehaven Beach anbelangt. Eine nette ältere Frau mit sonnengegerbter Haut, die sich als österreichische Auswandererin entpuppt, gibt uns ausgiebig Auskunft, nicht nur über die Whitsundays sondern über alles mögliche bzgl. Bowen, der näheren Umgebung und sehenswürdiges auf unserer Route Richtung Brisbane. Nach ungefähr einer Stunde haben wir die Info dann mit einem Stapel Papier und einer Buchungsbestätigung für eine Whitsunday-Tour mit Mantaray verlassen.

Während unseres Besuches wurden wir auch darauf aufmerksam gemacht, daß Airlie Beach derzeit von Schoolies überflutet wäre, 17-jährige Jugendliche, die gerade ihren Schulabschluß gemacht haben und das entsprechend feiern. Aus diesem Grund und weil wir gehört haben, daß es dort relativ teuer sein soll, entschließen dem Rat der Österreicherin nachzukommen und einen Zwischenstop am Conway Beach einzulegen. Wegen der Abgeschiedenheit, konnte man dort sehr gut entspannen und in der Abenddämmerung sogar ein paar Känguruhs ca. 30-50m entfernt beim Futtern beobachten.

Nächsten Tag geht’s dann zum Airlie Beach und auf Campingplatzsuche. Die meisten Plätze sind von Schoolies überflutet, wir finden jedoch etwas außerhalb die perfekte Übernachtungsmöglichkeit: Den Adventure Whitsundays Holiday Park. Für schlappe 21$ pro Nacht bekommen wir neben dem Zeltplatz noch Pool, Tennis- und Minigolfplatz, sehr saubere sanitäre Anlagen und eine große Küche. Da bleiben wir gerne noch einen Tag länger als geplant.

Nächsten Morgen um kurz nach acht geht’s dann endlich auf die Whitsunday-Tour. John, der Inhaber von Mantaray, holt uns persönlich am Campingplatz ab und fährt uns zum Boot. Die Gruppe ist mit ca 30 Personen recht überschaubar. Der erste Stop ist der Whitsunday Lookout, von dem aus man einen großzügigen Blick über die Whitehaven Strände schweifen lassen kann. Der Lookout ist leider sehr überfüllt, weil hier fast jeder hinfährt, der Whitehaven besucht. Der Vorteil unserer Tour ist, daß wir anschließend nicht an den meist besuchten Strandabschnitt fahren, sondern vom Lookout aus eine kleine Abzweigung nehmen und so zu einem Abschnitt kommen, wo nur sehr wenige Besucher zu finden sind. Der Strand gehört quasi uns alleine :-)

Von Whitehaven Beach geht’s nach dem Mittagessen zu einem Schnorchel-Spot am nördlichen Ende der Hook Island, der, wie ich feststellen mußte, deutlich besser ist, als die Spots, die wir von Cairns aus angefahren haben. Da ist es doch irgendwie ärgerlich, daß man soviel Geld ausgegeben hat. OK, dieser Spot liegt nicht am Great Barrier Reef, also hätte ich mich wahrscheinlich hinterher geärgert, daß ich nicht am Reef war. Wenn ich allerdings wählen müßte zwischen Schnorcheln am Great Barrier Reef oder der Tagestour mit Mantaray würde ich zweiteres vorziehen.